Protokoll vom 05.01.2012

Teilnehmer: Hans-Werner Schwarz, Stefanie Flores, Ulrike Pfab-Holzheu, Wolfgang Pfeifer, Sarah Bast, Jan Schiller (Lale Albayrak entschuldigt)

Ort: Gaußstraße 39, 70193 Stuttgart

Bearbeitung der Studienbriefe EZ 0110 und EZ 0120 (Einsendeaufgaben)

Hierbei stießen wir immer wieder auf begriffliche Unklarheiten, was zu interessanten Diskussionen führte. Einige Ergebnisse sind nachfolgend stichwortartig aufgeführt und können gerne für die Erarbeitung eines Fließtextes verwendet und ergänzt werden.

EZ 110 - Aufgabe 1

Entwicklung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung:

  • 3. Dekade – „verlorenes Jahrzehnt“ –> Umdenken /Paradigmenwechsel
  • 1987 - Brundtland-Kommission
  • 1992 - Konkretisierung auf der Rio-Konferenz
  • Agenda 21 = konstitutiver Bestandteil des Leitbilds (Umsetzung)

Diskussion über Verständnis von Leitbild:

  • Leitbild „leitet“ Akteure mithilfe strategischer Ziele/Visionen an
  • klassische Definition der Brundtland-Kommission, vgl. EZ 0120, S. 9
  • Ergänzt durch die gleichrangigen und gleichgewichtige drei Dimensionen (Ökonomie, Ökologie, Soziales) - vgl. EZ 0110 Schlussfolgerung, S. 31

Agenda 21:

  • kooperatives, partizipatives und umfassendes Aktionsprogramm auf Grundlage des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung
  • Handlungsrahmen und -Anweisungen für unterschiedliche Akteure (Regierung, NROs und sonstige gesellschaftliche Gruppierungen)
  • Aufforderung zur Gestaltung und Konkretisierung von Umsetzungsplänen und Maßnahmen, um den Problemen unterschiedlicher Handlungsfelder als Völkergemeinschaft zu begegnen, diese vorzubeugen, zu minimieren und lösen.
  • langfristige strategische Planung unter Berücksichtigung der 3 Dimensionen
  • etc.

Zielsetzung der Agenda 21:

  • Die Umsetzung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung
  • untergeordnete Zielsetzungen in Bezug auf die verschiedenen Themenschwerpunkte

Ergänzende Kritik:

  • Unklare Ziele, fehlen klarer Indikatoren (Messbarkeitsproblem!)
  • Verbindlichkeit (keine Konvention)
  • vielfältige Überschneidungen innerhalb der einzelnen Kapitel
  • Johannesburg: klarere Maßnahmenpakete und Verpflichtungen

EZ 110 - Aufgabe 2

Ökonomie

  • Wachstumstheorie –> Anstieg von Einkommen und Lebensstandard
  • Investitionen sollen effizientere (innovative) Strukturen ermöglichen (weniger Verbrauch, mehr Output, etc.)
  • Grenznutzen (Nutzen je zusätzliche Einheit nimmt ab, bzw. sinkt im Extremfall) soll maximiert werden (z.B. durch techn. Innovationen und Investionen
  • Wirtschaftlichkeitsprinzip (min. Input – max. Output)
  • Qualität vs. Quantität

Ökologie

  • Erhaltung des natürliches Kapitalstocks (Rohstoffe, biodiversität, …), bzw. von Ökosystemen, ohne die Resilienz (Fähigkeit des Systems den ursprünglichen Zustand selbst wiederherzustellen) zu gefährden.
  • ökologisches Gleichgewicht für zukünftige Generationen sichern, sodass diese ihre Bedürfnisse ebenfalls ausreichend stillen können (…)
  • Überlastungen entgegenwirken

Die soziale Dimension

  • Strukturen für soziale Gerechtigkeit (Ressourcenallokation wie Bildung, Zugang zu Gesundheits), sozialen Frieden und soziale Sicherheit (Grundbedürfnisse, Menschenrechte, …) anlegen, verankern und ggf. fortentwickeln
  • Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten gewährleisten (z. B. Wahlen, etc.)
  • Kulturerhaltung und -Weiterentwicklung

Diskussion über den Begriff der Komplementarität:

  • Bedingungszusammenhang zwischen den Dimensionen –> Änderungen eines Bereichs hat Auswirkungen auf andere Bereiche
  • Einbeziehung verschiedener Dimensionen nötig, um Veränderungen so zu gestalten und steuern, dass sie sich positiv auf das Gesamtsystem auswirken
  • Nachhaltigkeitsdimensionen sind miteinander komplementär verbunden (Wirkungsgefüge)

EZ 120 - Aufgabe 3

pro

  • Ökosystem ist Voraussetzung für Produktion von P + DL
  • globale zusammenhänge
  • irreversible Schäden verhindern
  • Wohlfahrt der Menschheit bedroht
  • Übernutzung ist Fakt (starke Nachhaltigkeit: keine Kompensation durch technische Alternativen)
  • DL-Bereich auf ökologischen Sektor

contra

  • Zurückstellung der sozialer Dimension
  • Megastädte
  • kostenintensiv (Folgekosten für Umweltprobleme)
  • Widerspruch zum Leitbild (Gleichberechtigung der Säulen)
  • Außerachtlassung der Komplementarität
  • teilw. sind andere Problembereiche größer und die Priorität anderer Dimensionen höher
  • schwachen Nachhaltigkeit: ökologische Ressourcen können durch Sachkapital kompensiert werden.

Unvollständig! ;)

EZ 120 - Aufgabe 4

Diskussion über Begriffsverständnis von „Institutionalisierung“ –> Implementierung in ein System (sowohl Akteure als auch notwendige Strukturen, Prozesse, Verfahren)

  • Schlüsselmerkmale für erfolgreiche Einführung von Nachhaltigkeitsstrategien
  • Regierungsunterstützung & Akteure (S. 23, S. 31 EZ 110) = ressortübergreifende, partizipative Umsetzung
  • unabhängige Steuerungsgruppe
  • gemeinsame Verankerung in verschiedenen Strategieebenen
  • Verfahrensregeln
  • Kommunikation und Informationen
  • Haushaltsplanung und Fristen
  • Bsp: England, Brasilien

EZ 210 Good Governance - Aufgabe 1:

Diskussion der Fragestellung:

  • „abheben“ = „nennen“
  • „systemische Kernelemente“ = unter Berücksichtigung der Ergänzung durch Herrn Bruns (siehe Diskussionsforum in Moodle): Schwerpunkte, die innerhalb eines Systems in Wechselwirkung zueinander stehen (und in Prozesse einbezogen werden können - siehe auch: systemischer Ansatz / Systemtheorie)

Bezug: S. 27 ff, S. 39 (Schaubild + Text), BTI-Index im Anhang (mit Indikatoren)

Genannt werden könnten

  • Rechtsstaatlichkeit (Rechtssystem (Bsp: Guatemala – Morde werden zu über 95% nicht aufgeklärt)
  • Staatlichkeit (Struktur, Verwaltungsstrukturen , Verantwortung, Gewaltenteilung, Demokratie, Wahlen, …)
  • soziale Gerechtigkeit (Menschenrechte, …)
  • Marktwirtschaft (Transaktionskosten, Angebot und Nachfrage)

Ein Bezug zum Studienbrief, bzw. ein Vergleich mit den Kernthemen der Akteuren wie im Studienbrief aufgeführt, sollte durchgeführt werden!

Weiteres Vorgehen

Für das nächste Treffen (14.01.12):

  • Studienbrief EZ 0210 (Good Governance) durchgearbeitet und Einsendeaufgaben vorbereitet
  • Überblick über Civil Society, idealerweise Einsendeaufgaben dazu vorbereitet

Nächstes Treffen

Wolfgang bietet sein nettes Plätzchen auch für das nächsten Treffen an. Bitte eine Kleinigkeit zu futtern/trinken mitbringen.

  • N|EZ Lerngruppe 14.01.12, 9:00 Uhr
  • N|EZ Lerngruppe 29.01.12, 14:30 Uhr
  • N|EZ Lerngruppe 06.02.12, 18:00 Uhr
  • N|EZ Lerngruppe 13.02.12, 18:00 Uhr

Terminabstimmung: Doodle (dort bitte speichern nicht vergessen ;-) )

Agendavorschlag für 3. Treffen:

  • TOP 1: Austausch zu den Einsendeaufgaben des Studienbrief EZ 210
  • TOP 2: Frage von Wolfgang zu Beispielen Good Governance in EL und angebotene Ausführung von Hans-Werner
  • TOP 3: ggf. Austausch zu den Einsendeaufgaben des Studienbrief EZ 220
  • TOP 4: Prüfung der Terminvereinbarung für nächste Treffen und weiteres Vorgehen

Links

Downloads & weiterführende Literatur

lerngruppe_2._treffen.txt · Zuletzt geändert: 2012/02/18 16:45 von 46.223.158.221
 
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